Wohl hat die Zugehörigkeit Kalterns zu Bistümern und gar Nationen über die Jahrhunderte oft genug gewechselt. Haben unzählige Reisende und Pilger auf einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen Europas den Ort passiert. Ligurer, Etrusker, rätische und illyrische Völker lebten hier, die Römer kamen und blieben, Franken, Ostgoten und Langobarden. Karl der Große regierte das Land, dann die Vögte der Trientiner Kirchenherren, während sich Grafen und Herren aus allen Richtungen der Windrose einen Anteil am herrlich fruchtbaren Boden sicherten. Schließlich kam das Gebiet für 500 Jahre an das Haus Habsburg, um nach der Herrschaft Napoleons I. bis zum Ende des ersten Weltkriegs abermals österreichisch zu werden. 1919 wurde Südtirol und damit auch Kaltern schließlich Italien zugesprochen.
Große Geschichte hat sich jedoch nicht abgespielt in Kaltern. Kunst, Literatur, Weltpolitik, all das wurde immer woanders gemacht. Und auch Goethe fuhr an Kaltern vorbei.